
Rocky Balboa
geschrieben am 09.02.2007 in Filme von Joe ·
Ich komme eben aus dem Kino und möchte an dieser Stelle einmal meine Filmkritik an Rocky Balboa loswerden.
Das Drehbuch von Sylvester Stallone gehört sicherlich zu den Besseren des 60-jährigen Haupdarsteller. Wie in den Rocky-Teilen I und II, wird wieder die Geschichte des Charakters Rocky in den Vordergrund gestellt und der Action/Trash-Aspekt deutlich heruntergefahren. Die Trainings-Collage fällt sogar extrem kurz aus. Aber von vorne…
Rocky’s Frau Adrian ist vor drei Jahre an Krebs gestorben und Rocky Balboa hält sich finanziell mit einem Restaurant (Adrian’s Restaurant) über Wasser. Er trauert den alten Zeiten nach und kann den Tod seiner geliebten Frau nicht verarbeiten. Sein Sohn entfernt sich immer weiter von ihm. Als der aktuelle Schwergewichtsweltmeister in einem virtuellen Computerkampf von dem jungen Rocky geschlagen wird pushen Medien dieses Ereignis in die Höhe. So kommt es wie es kommen musste. Mason, der im Computerfight unterlag, fordert den alten Rocky zu einem Showkampf heraus. Dadurch kommt Rocky seinem Sohn wieder näher. Gleichzeitig trifft er eine alte Bekannte wieder: Marry. Diese hatte er (in Rocky I) vor vielen Jahren, als diese noch ein Teenie war, nach Hause begleitet. Am Schluß kommt es zum Showdown in Las Vegas und alle sind sich wieder einmal sicher, das Rocky nicht gewinnen kann.
Die Schauspielerischen Leistungen von Sylvester Stallone und Burt Young gehören sicherlich zu den Besten, was man von den Beiden je gesehen hat (wobei Young den Charakter des Paulie’s schon immer überzeugend dargestellt hatte) und einige Dialoge in dem Film sind unheimlich gut geschrieben und in Szene gesetzt. Der Vater-Sohn Konflikt wird für meinen Geschmack einmal mehr zu schnell aufgelöst - aber es ist doch etwas glaubwürdiger als z.B. in Rocky V. Der Kampf - das große Finale - ist dramaturgisch unheimlich gut in Szene gesetzt. Vielleicht die Beste Kampfsequenz der Rocky-Serie überhaupt, mit viellen Post-Effekten, schnellen Schnitten und kurzen Rückblicken. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack von Bill Conti hat man tatsächlich das Gefühl unheimlich nahe am Kampfgeschehen zu sein. Schön sind auch die vielen Details, die an Rocky I erinnern lassen (z.b. die Schildkröten, die abgerissene Eishalle usw…).
Der Film ist auf alle Fälle empfehlenswert. Man merkt dem Film deutlich an dass Stallone’s Herz für dieses Projekt geschlagen hat. Für Fans der Serie sowieso ein Muß


am 7. März 2007 um 00:10 Uhr :
Tatsächlich ist Rocky kein typischer Schnellschuss, man lässt sich Zeit, den Charakter auszuarbeiten und das innenleben der Figuren auszuleuchten.
Die eigentliche Kampfaction kommt etwas spät und ist meiner Meinung nach auch etwas zu kurz (im Vergleich zu etwa Rocky 4, wo der Kampf im Mittelpunkt steht), deswegen ist der Film in der Hinsicht für Rocky Fans vielleicht etwas enttäuschend.
Rocky Balboa ist eher ein kleiner, persönlicher Indie-Film, der die Serie zu einem würdigen Ende führt.